Bilanz nach einer Woche WordPress

Die Seite gibt es zwar schon etwas länger aber seit dem 16.04. habe ich sie mit Inhalt gefüllt.

20 Posts, fast 500 Besucher und fast 10 (also 9) Follower- ok daran kann man noch arbeiten.

Dieser Blog ist seit längerer Zeit mal wieder etwas, was mir Spaß macht. Das klingt jetzt etwas dramatisch- so ist es auch: Ich gehe seit geraumer Zeit, um genau zu sein seit vier Monaten und damit so lange wie sehr lange nicht mehr, keiner geregelten Beschäftigung nach. Das war die ersten zwei, drei Wochen noch ganz angenehm und ein bisschen wie Urlaub. Danach war es vor allem langweilig. Mit lediglich 2 ZKB ist die Hausarbeit nämlich irgendwann erledigt. Meinen Kleiderschrank sowie meinen Schuhschrank habe ich einer Inventur unterzogen. Unterlagen sortiert und ausgemistet. Alles mögliche irgendwie neu organisiert und umgeräumt. IKEA halb leer gekauft und die Bude gepimpt. Dann die üblichen Onlineshops geplündert um Kleider- und Schuhschrank wieder zu füllen.

Dazwischen natürlich viele Bewerbungen geschrieben, überwiegend für Positionen die mich nicht im geringsten interessieren- ja der Arbeitsmarkt für Juristen ist nach wie vor etwas realitätsfremd aufgebaut. Der durchschnittliche Arbeitgeber (und durchschnittlich ist nicht als Kompliment zu verstehen) hätte gerne einen unter 30 jährigen doppelprädikatsexaminierten, promovierten Juristen mit ca 7 Jahren Berufserfahrung, 8 davon im Ausland, der bereit ist, für 40 k im Jahr so viele Stunden zu arbeiten, wie er eben kann- also etwa 25 am Tag. Dabei soll er bitte hochmotiviert und engagiert sein aber keinesfalls irgendwelche Ambitionen hinsichtlich Projekt-, Budget- und/oder Personalverantwortung haben und wehe (!) sowas steht in deinen Zeugnissen. Dann scheint der durchschnittliche Arbeitgeber bzw. diejenigen Personen, derer er sich zur Auswahl bedient, wohl Angstattacken zu bekommen. Schlimmer ausgeprägt scheinen die nur zu sein, wenn sich Frauen im gebärfähigen Alter bewerben.

Ja 4 Monate Arbeitssuche sind per se schon nicht so witzig. Der Spaß wird aber noch gesteigert durch das Arbeitsamt mit seinen Papierfluten und dem Bürokratenirrsinn. So war es sicher unvermeidlich, mir (in rechtswidriger Weise) eine mehrwöchige Sperrzeit für mein Arbeitslosengeld aufzuerlegen 2 Tage nachdem ich den entsprechenden Antrag gestellt habe und diesen Bescheid mit einer kryptischen Begründung und einer fehlerhaften Rechtsbelehrung zu versehen. Das hieraus folgt, dass mich die gesetzliche Krankenversicherung erst nach Ablauf der Sperrzeit versichern möchte und die private Versicherung mal wieder irgendwas prüfen muss, was meinen Versicherungsumfang angeht und ich letztlich ohne Krankenversicherung dastehe- na das war sicher völlig unvorhersehbar. Da war es natürlich extrem witzig, als der Speerzeitbescheid einen Monat nach Erlass zurückgenommen wurde und ich den ganzen Krankenkassenkram auf ein Neues angehen konnte. Alle- also die private und die gesetzliche Krankenversicherung und ich- haben jetzt auch verstanden wer mich wann versichert (hat)…nur das Arbeitsamt führt mich nach wie vor als nicht krankenversichert und will mich jetzt in die AOK stecken. Aber das sind ja Nebenkriegsschauplätze für die man sich gerne Zeit nimmt…

Dann sind da noch die ganzen gutgemeinten Tipps von links und rechts, denn wie wir wissen ist „gutgemeint“ fast immer das Gegenteil von „gut“. Ich finde es nett, wenn man mir sagt, dass XY einen Juristen sucht und ich kucke mir die meisten dieser Hinweise sogar an. Aber ein für alle Mal: ich will nicht in den Staatsdienst. Ich will nicht in irgendeine Behörde, nicht zur Staatsanwaltschaft und auch nicht Richterin werden. Und: ich will auch nicht in eine Kanzlei. Nicht in eine kleine beschauliche Wald- und Wiesenkanzlei und auch nicht in eine riesige Boutique mit 80 Stunden Woche. Ich mag nämlich keine Mandanten und keine Prozesse. Ja ich weiß, dass das die Auswahl ein ganz klein wenig einschränkt. Aber ich weiß auch, dass mich die Alternativen nicht glücklich machen würden (ich habe es ausprobiert) und ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich dann schneller hinschmeiße als man „Judiz“ sagen kann; da hat ja dann keiner was von.

Was wäre es schön, wenn mein Umfeld akzeptieren könnte, dass ich nicht der Typ bin, meine Ansprüche runterzuschrauben um dann irgendwas zu machen, was mir irgendeinen Betrag X auf’s Konto spült. Ich will v.a. eins: glücklich sein, bei dem was ich mache. Alles andere hat noch nie dauerhaft funktioniert. Das ist wahrscheinlich eine Grundsatzfrage: arbeiten, um zu leben (ja!) oder leben, um zu arbeiten (nein!).

Na ja und unter diesen derzeit etwas widrigen Umständen leiden natürlich alle: Ich allen voran natürlich am meisten weil es mir auf die Nerven geht, offensichtlich entweder wegen „überqualifiziert“ oder wegen „weiblich und gebärfähig“ aus den Bewerbungsphasen zu fliegen, weil ich an beiden Umständen nichts ändern kann. Und weil es mir auf die Nerven geht, erklären zu müssen, dass ich dieses Studium und den ganzen anderen Mist nicht gemacht habe um in einem Job zu versauern, der mich sonntags schon so ankotzt, dass ich montags nicht hinwill. Ein sehr kluger Mann (mein Papa) hat mal gesagt: du musst nicht jeden Scheiß(job) machen und du musst dich nicht unter Wert verkaufen! Und bis mir einer mit ’nem klügeren Ratschlag um die Ecke kommt, mach ich das mal so.

Wie gesagt bin ich zwar die vorrangig, aber nicht die einzig Leidende. Unter meiner extrem guten Laune, die aus dem geschilderten Sachverhalt nunmal resultiert, leiden so ziemlich alle, die sich noch nah genug an mich rantrauen. Das tut mir ja auch leid…nur ist gelegentlich die Genervtheitsskala schon so dermaßen voll ausgeschöpft und da reicht dann der sprichwörtliche Nanotropfen um mich überlaufen zu lassen…und das ist dann eine Sintflut biblischen Ausmaßes. Ich bin schon immer anstrengend und laut und damit muss man erstmal klarkommen. Aber ich bin halt lieber ehrlich genervt und pampig als verlogen fröhlich, wenn’s halt grad mal rundweg suboptimal läuft. Und ich wünsche mir von meinem Umfeld ein wenig Verständnis für diese suboptimale Situation und etwas Geduld mit mir und bitte, bitte nicht den von vorneherein zum Scheitern verurteilten Versuch, mich zu ändern. Ich werde nicht mehr ruhig, diplomatisch und überlegt oder gar rational. Ich bin halt so und find mich nicht mal so schlecht. Ich versuche doch auch nicht, an jedem irgendwie rumzubiegen.

Genug. Was auch immer: Gejammer, Analyse…genug.

Weil: Hier schließt sich nun der Kreis: kochen & backen beruhigen mich ungemein. Ansonsten beruhigt mich eigentlich wenig bis nichts. Aber mir ein Rezept suchen, einkaufen gehen und mich in die Küche stellen und schnibbeln und vorbereiten und rühren und bruzeln und kochen und glasieren und pürieren undundund- da stellt sich sowas wie innerer Friede ein. Dumm nur, dass ich mit meiner „guten Laune“ potentielle Testesser vom Tisch fernhalte. Gott sei Dank gibt es ein paar wenige Menschen, die nicht nachtragend sind. Oder für ne warme Mahlzeit einfach vergessen, was für ein Arsch ich manchmal sein kann.

Ja diese Küchentätigkeiten machen mich grundzufrieden und jetzt habe ich hier nicht nur eine Möglichkeit gefunden, diese Freude und meine Rezpte  zu teilen sondern auch eine „Verpflichtung“ -auch wenn die vorrangig mal mir gegenüber besteht- hier weiter zu machen. Das ist wie dargestellt nicht das Schlechteste in der momentanen Situation: mir und allen Beteiligten tut ein wenig Ruhe und innerer Friede ganz gut.

Als nächstes habe ich mir vorgenommen, hier etwas „Struktur“ reinzubringen, auch wenn ich noch nicht im Geringsten weiß, was ich damit überhaupt meine (ich bin einfach ein bisschen unzufrieden, das schwingt so im Hintergrund mit). Dann will ich mich mal mit dem Thema Fotografie, v.a. Food-Fotografie, also quasi Foodografie beschäftigen und dem nötigen Equipment, also einer tauglichen Kamera um hier auch ein bisschen mehr liefern zu können als mittelscharfe Handyfotos. Wer mir hierzu einen sachdienlichen Hinweis geben kann, ist herzlich eingeladen, dies zu tun. Außerdem will ich Fonds kochen; Frau Neudecker hat mich inspiriert. Dann habe ich noch einen Gutschein gefunden für die Dessertwerkstatt und will den verbraten bzw. verzuckern. Ach ja und Bewerbungen schreiben; gleich jetzt!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, hochachtungsvoll >feuchtfroehlich<

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2 Gedanken zu “Bilanz nach einer Woche WordPress

  1. Also, natürlich nicht deine Situation. Hört sich schrecklich an. Kenne das von einem anderen Bekannten und weiß, wie der leidet.
    Ich mein, mir gefällt deine Seite und wie du schreibst. Rezepte kann man nie genug haben und deswegen auch nie genug Quellen dafür!
    Viel Spaß weiterhin hier!
    dottikocht

    • Danke dir dottikocht!
      Schön, wenn auch dir meine Seite gefällt und du jetzt die 10 (Follower) voll gemacht hast! 🙂
      feuchtfröhliche Grüße,

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